Vogelspinnen

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Die wissenschaftlichen Namen
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Verteidigungsarten

Vogelspinnen besitzen mehrere Abwehr- oder Verteidigungsmechanismen, welche ich im Folgenden vorstellen will.

Drohstellung:
Die meisten Vogelspinnen nehmen bei Gefahr oder Störung, wenn keine Rückzugsmöglichkeit gegeben ist, eine sogenannte Drohstellung ein. Diese hat den Zweck sich selbst größer erscheinen zu lassen und so den Feind abzuschrecken. Dabei werden die Vorderbeine und Taster hochgestreckt, sowie der Vorderkörper aufgerichtet. So ist ein möglicherweise notwendiger Biss aus dieser Stellung schneller möglich. Eine Besonderheit hierbei stellt die Gattung Poecilotheria dar, welche an den Unterseiten der Beine eine oftmals intensiv gelbe Warnfärbung aufweist.
Bei wenigen, leicht reizbaren Arten kann diese Drohstellung dermassen ausarten, dass die Spinne mit gespreizten Chelizeren komplett auf dem Rücken liegt.
Einige Bombardierspinnen jedoch recken dem Angreifer auch oft ihren Hinterleib entgegen, welcher mit Reizhaaren besetzt ist.

Beispiele anhand einer Pterinochilus murinus und Poecilotheria regalis/rufilata:
 


Bild von Donny Skrebba

Bild von Dustin Patzelt

Beinschlagen:
Oftmals verwechselt mit einem Biss wird das Schlagen mit den Beinen aus der Drohstellung heraus  in Richtung des Gegners oder auf den Boden. Dies soll wohl die Bereitschaft zuzubeissen signalisieren und stellt noch keinen direkten Angriff dar.

Bombardieren:

Viele amerikanische Vogelspinnenarten besitzen sogenannte Brennhaare. Diese sitzen meist auf dem Opisthosoma und können bei Gefahr durch Abstreifen mit den Hinterbeinen, die dazu oft bestachelt sind, dem Angreifer entgegengeschleudert werden. Diese Brenn- oder Reizhaare können auf der Haut starken Juckreiz und allergie-ähnliche Hautirritationen auslösen. Geraten sie in die Augen oder die Atemwege, sind starkes Brennen und evtl. sogar Entzündungen die Folge.
Mehr dazu unter Bombardierspinnen.

Beispiel Brennhaare an einer Theraphosa blondi:



Stridulation:

Viele Vogelspinnen-Arten besitzen Stridulationsorgane, welche sich meist aus gefiederten Härchen und kleinen Dornen, die gegeneinander gerieben werden, bestehen. Dadurch entsteht ein Zisch-Laut,welcher bei einigen Arten durchaus eine beeindruckende Lautstärke erreichen kann. Ziel dieser Abwehr ist wohl ähnlich wie bei Klapperschlangen ein Aufmerksammachen des Angreifers auf sich und soll diesen dann abschrecken. Meist wird das Stridulieren mit der Drohstellung kombiniert, um noch eindrucksvoller zu wirken.

Giftbiss:

Der Biss einer Vogelspinne ist meist der letzte Ausweg für die Spinne. Dabei werden die Chelizeren in die Haut des Angreifers gebohrt und in den meisten Fällen etwas Gift abgegeben. Es gibt jedoch auch Berichte von sogenannten trockenen Bissen, bei denen die Spinne kein Gift in die Bissstelle abgegeben hat. Der Biss einer Vogelspinne ist, bedenkt man, dass bei großen Exemplaren die Chelizerenklauen eine Länge von 2cm erreichen können, immer schmerzhaft.
Mehr dazu unter Giftigkeit der Vogelspinnen.

Kotspritzen:
Avicularia spp. haben eine einzigartige Methode entwickelt Feinde abzuschrecken. Dabei wird dem Angreifer das Opisthosoma entgegengestreckt und dieser mit Kot bespritzt. Dabei zeigen sie eine erstaunliche Zielsicherheit und haben es meist auf den Kopf und das Gesicht abgesehen.
Diese Methode soll den Angreifer irritieren und der Spinne selbst die Gelegenheit zur Flucht geben.