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Präparationsdokumentation

Präparationsdokumentation

In diesem Hobby kommt es natürlich duch Krankheit oder Alter immer wieder dazu, dass ein Tier stirbt. Ich persönlich finde es meist zu schade, das Tier einfach wegzuschmeissen oder zu begraben. Deshalb präpariere ich tote Spinnen und andere Arthropoda. Mit folgendem möchte ich hier zu eine Anleitung geben.

Vorab ein paar Bemerkungen:

CTS ist ein sogenanntes Exsikationsmittel.
Es konserviert Tiere, indem das Körperinnere ausgetrocknet, oder besser plastiniert wird.
Die organischen Bestandteile werden in einer chemischen Reaktion verfestigt und so haltbar gemacht.

Ist die Präparation abgeschlossen, so ist es sinnvoll das Präparat, je nach Größe, mehrere Tage bis Wochen warm, trocken und dunkel zu lagern damit das Ergebnis optimal wird.


Doch nun zu meiner Anleitung:
Als erstes sollte man die entsprechenden Utensilien haben:


- Mehrere Pinzetten
  (auch Federstahlpinzetten für die Feinheiten)
- Eine Spritze mit mehreren Kanülen in verschiedenen Stärken, je nach
  Größe des Tiers

- Küchenrolle
- Einige feine Nadeln
  (Insektennadeln oder einfache Stecknadeln. Für größere Tiere auch
  etwas in Richtung Rouladenspieß)

- Bei Skorpionen o.Ä. ist Draht zur Stabilisierung sinnvoll
  (wird in dam Fall von den Beißwerkzeugen bis ins Telson durchgeschoben
  und so kann der
  Körper stabil geformt werden)

- Und last but not least natürlich CTS, erhältlich hier

- ACHJA: ein totes Tier wäre vorteilhaft........

So wie hier mein Aphonopelma seemanni Männchen:


Was die Menge des aufzuziehenden Präparationsmittlels angeht richte mich etwa nach der KL.
D.h. 3cm KL = 3ml Mittel aufziehen.
Es wird etwas weniger benötigt, so dass man eine kleine Reserve hat.


Nun wird das Tier aus der Sterbehaltung in eine halbwegs normale Haltung gebracht und auf den Rücken gelegt:


Nun erfolgt der erste Stich zwischen den Chelizeren.
Dabei wird unter leichtem Druck und Bewegung der Kanüle der Vorderkörper ausgespritzt.
Die optimale Füllmenge ist erreicht, wenn sich die Beine durch den Überdruck etwas strecken:


Der zweite Einstich erfolgt an der Unterseite des Hinterkörpers.
Dabei ist es verlockend zwischen den Spinnwarzen zu stechen.
Dies sollte allerdings unterlassen werden, da dabei der Darm meist perforiert wird und so durch den Überduck im Inneren die Exkremente herausgedrückt werden, was zu unschönen beige-weißen Flecken führt.
Hier wird ebenfalls unter hin- und herbewegen der Kanüle das Mittel im Hinterleib verteilt:


Nun zum schwierigsten Teil: Die Beine!
Dazu empfehle ich an einem Taster anzufangen und sich rundum vorzuarbeiten.
Der Einstich sollte an dem Gelenk zwischen Trochanter und Femur gesetzt werden.
Das Bein wird hierbei gestreckt und die Kanüle soweit wie möglich ins Bein verbracht.
Beim Herausziehen wird eine geringe Menge CTS ins Bein gespritzt:


Bei all diesen Schritten ist darauf zu achten, ob Präparationsflüssigkeit durch den Überdruck nach Abziehen der Nadel austritt und diese umgehend mit dem bereit gelegten Küchenpapier abgetupft werden.
Die Flüssigkeit sollte möglichst nicht an der Oberfläche der Spinne verlaufen, da hierbei Flecken entstehen und die Haare verkleben.
Sind nun alle Körperteile ausgespritzt, wird die Spinne sanft zwischen 2 Lagen Küchenrolle etwas gedrückt, um ein Auslaufen des Mittels im Nachhinein zu verhindern.

Der nächste Schritt ist die Fixierung der Spinne auf einer Styropor-Platte.
Wiederum wird die Spinne in eine annähernd normale Haltung gebracht.
Dann wird der Vorderkörper mit mindestens 3 Nadeln fixiert. Dabei eignen sich die Zwischenräume zwischen den Chelizeren und dem 2. und 3. Beinpaar:


Nun können die Beine eines nach dem anderen fixiert werden.
Ich denke, das erklären die Bilder am Besten:






Sollte man bestimmte Stellungen nachstellen wollen, kann man sich aus Styropor eine Form basteln:


Fertig?
Nein!
Das Präparat sollte in dieser Stellung mindestens 3 Wochen bei trockener und warmer Luft getrocknet werden.
Auf gute Lüftung ist zu achten!
Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit sind zu vermeiden, da hierbei die Farben ausbleichen oder das Tier zu gammeln beginnt.
Hautkontakt mit dem Mittel ist zu vermeiden, da es giftig ist!
Ebenso sollte die Präparation in einem gut gelüfteten Raum erfolgen, da das Mittel ausdampft und diese Dämpfe Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen, die aber schnell abklingen, wenn man an die frische Luft geht.

Ich persönlich lasse meine Präparate mindestens 6 Wochen trocknen.
Danach kann das Präparat in Schaukästen oder unter Plastikhalbkugeln mit Nadeln oder Kleber endgültig fixiert werden und ist nun FERTIG!!
Selbstverständlich kann auch mit anderen Wirbellosen ebenso verfahren werden........
Ich habe von sämtlichen Futtertieren über größere Fauchschaben bis zu Skorpionen und Stabheuschrecken alles schon präpariert.
Ein von mir bisher ungelöstes Problem ist das Einfallen des Hinterleibs bei manchen Präparaten.
An einer Lösung wird gearbeitet und diese nachgereicht........

Bei Fragen oder Anregungen bitte Bescheid sagen!