Vogelspinnen

FAQ
Glossar
Warum "Vogel"-Spinne?
Beim Kauf zu beachten!
Haltung
Zucht
Aufzucht von Spiderlingen
Fütterung
Anatomie
Häutung
Aggressivität
Giftigkeit
Verteidigung
Bombardierspinnen
Bildbestimmung?
Handhabung
Versand von Spinnen
Angebot: Geschlechtsbestimmung
Literaturempfehlungen
Hybridproblematik
Wildfangproblematik
Terrarienbepflanzung
Terrariensicherung
Spinne entlaufen?
Gruppenhaltung
Vogelspinnen in Zooläden
Die wissenschaftlichen Namen
Einrichtung wiederverwenden?
Stammtische

Hybridproblematik

Leider kommt es bei Vogelspinnen aufgrund von mehreren Faktoren des öfteren zur Zucht von Hybriden.
Hybride sind Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten und bei den meisten Vogelspinnenhaltern unerwünscht, da in diesem Hobby die Reinhaltung der Arten einen sehr hohen Stellenwert hat.

Gründe für Hybridzuchten:
- Unwissenheit: Gerade bei Anfängern in der Vogelspinnenhaltung kommt
  es oft zur Verpaarung zwischen verschiedenen Arten. So sind sich diese
  Halter z.B. nicht bewusst, welche Arten sie genau halten und
  besorgen sich dann ein Männchen der nicht der gleichen Art angehört wie
  das Weibchen.

- Unter falschem Namen verkaufte Tiere: Es kommt leider, aufgrund
  mangelnden Wissens oder beabsichtigt, dazu, dass Tiere unter falschem
  Namen verkauft werden. So verpaart man dann Tiere der vermeintlich
  gleichen Art und züchtet doch Hybride.

- Gewinnsucht: Manchen Züchtern und Händlern geht der Gewinn beim
  Verkauf von Nachzuchten über die Reinhaltung der Arten. Also verpaaren
  sie einfach Arten miteinander die gerade verfügbar sind, um dann die
  Spiderlinge auf den Markt zu bringen.

- Wissenschaftliche Arbeiten: Als einzigen vertretbaren Grund Hybride zu
  züchten sehe ich wissenschaftliche Untersuchungen zu Genetik,
  Artzugehörigkeiten o.Ä. an.

  Dazu werden bewusst artfremde Tiere gekreuzt und die Nachzuchten
  untersucht.
Diese Tiere werden unter kontrollierten Bedingungen
  aufgezogen und weiter untersucht.


Ehrenkodex:
Auf der Seite der DeArGe e.V. ist ein Ethikkodex zu finden, der auszugsweise wie folgt lautet:

Die Mitglieder des Vereins verpflichten sich, Hybride grundsätzlich nicht zu vermarkten oder unkontrolliert aus der Hand zu geben. Spätestens nach ihrem Tode sind Hybride dem ursprünglichen Züchter zurückzugeben, der sie dann unter Kennzeichnung einem Museum übereignet oder vernichtet.

An diesem Kodex sollte sich jeder Vogelspinnenhalter orientieren, um das Hobby in seiner Form zu erhalten.

Argumente gegen Hybridzuchten:
Ich persönlich sehe einige stichhaltige Argumente. So ist zum einen die Farb- und Formenvielfalt bei Vogelspinnen schon so hoch, dass es nicht notwendig ist, neue sogenannte Farbzuchten zu produzieren.
Auch ist noch nicht bekannt inwiefern sich Hybride über mehrere Generationen genetisch verändern.
Diese Gefahr besteht und sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden.
Bei Farbzuchten anderer Tiere, wie Schlangen, Ratten, Mäusen usw., sind einige Fälle von genetischen Nachteilen bekannt. Diese bezeichnen viele als Qualzuchten. So kann man auch nicht vorhersehen, für welche Krankheiten oder Parasiten sich bei Hybriden die Resistenzen abbauen.
Besonders für wissenschaftliche Arbeiten sind Hybride, abgesehen von hierfür explizit gezüchteten, wertlos.
So kann es hierbei sogar zu neuen Artbeschreibungen kommen, obwohl man nur die Merkmale zweier Arten in einem Tier vereint vorfindet.

Natürliche Hybride?
Es gibt immer wieder Gerüchte, dass es sich bei einigen im Handel befindlichen Arten um natürliche, d.h. in der freien Natur gezeugte, Hybriden handelt.
Dies ist jedoch weder belegt noch widerlegt.
Einerseits sollte es natürliche Hybride aufgrund verschiedener Verbreitungsgebiete und Paarungsmechanismen, wie Balzverhalten, anatomischen Merkmalen oder unterschiedlichen Paarungszeiten, nicht geben.
Andererseits überlappen sich die Verbreitungsgebiete sehr ähnlicher Arten z.B. von Brachypelma spp. und durch die Verschleppung durch den Menschen siedeln sich auch immer mehr Arten in weit vom Ursprungsgebiet entfernten Habitaten an.
So können natürliche Hybride zwar nicht ausgeschlossen werden, jedoch erachte ich solche für sehr unwahrscheinlich bzw. sehe einige unterschiedliche Arten nur als Farbformen einer Art an.

Fazit:
Ich persönlich lehne die Hybridisierung von Vogelspinnen, abgesehen von wissenschaftlicher Intention, strikt ab und verpaare nur Spinnen, bei denen ich mir aufgrund einer Artbestimmung oder Vertrauen zum Händler der Artzugehörigkeit sicher bin.