Vogelspinnen

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Häutung
Allgemeine Informationen:
Vogelspinnen müssen sich, wie alle Tiere mit Exoskelett, häuten, um wachsen zu können.

Ein Besonderheit bei den Vogelspinnen ist hierbei, dass sie sich für den Prozess der Häutung auf den Rücken legen. Allerdings gibt es auch Berichte von Tieren die sich in Bauchlage gehäutet haben. Dabei dürfte es sich jedoch um Ausnahmen handeln.

Bei bodenbewohnenden Arten wird oft ein sogenannter Häutungsteppich gesponnen, eine Art Unterlage.
Bei amerikanischen Bombardierspinnen ist es häufig der Fall, dass der Unterschlupf vor der Häutung mit Brennhaaren ausgekleidet wird, um Fressfeinde oder Tiere, die bei der Häutung stören könnten, abzuwehren.

In der Häutungsvorbereitung wird von den meisten Vogelspinnen eine Fresspause eingelegt, welche von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern kann.
Bei Bombardierspinnen, die aufgrund abgestriffener Brennhaare eine Glatze haben, lässt sich wenige Tage vor der Häutung eine Dunkelfärbung des Opisthosoma feststellen, welche durch die nun sichtbaren, regenerierten Brennhaare verursacht wird.
Ist die Glatze einer Spinne tiefschwarz sollte die Häutung innerhalb weniger Tage erfolgen.
Für den Häutungsvorgang verstecken sich Vogelspinnen in der Regel in ihrem Unterschlupf und verschliessen den Eingang mit dichtem Gespinst, welches nicht selten mit Erde verstärkt wird.
Es kann mehrere Wochen dauern bis sich eine Vogelspinne nach ihrem Rückzug dann entgültig ihrer alten Haut entledigt.

Regeneration bei Häutungen:
Vogelspinnen können bei Häutungen verlorene Körperteile regenerieren. Dabei werden Beine, Chelizeren und sogar teilweise die inneren Organe neu aufgebaut.
Nicht abschließend geklärt ist, ob Spinnwarzen regeneriert werden.
Deshalb ist es auch kein Grund zur Besorgnis, sollte eine Spinne mal 1-2 Beine verlieren.
Bei kleineren Spinnen werden die Gliedmassen mit der nächsten Häutung komplett wiederhergestellt sein. Größere Spinnen benötigen hierzu 2-3 Häutungen.

Maßnahmen bei Häutungen:
Ist eine bevorstehende Häutung zu erwarten, sollten einige Regeln befolgt werden.
So ist es ratsam nicht mehr zu füttern. Die Spinne kann durch die neu entstehende Haut unter der alten sehr schlecht Nahrung aufnehmen.

Auch müssen sich noch im Terrarium befindliche lebende Futtertiere entfernt werden.

Heimchen, Grillen und Heuschrecken sind Allesfresser und würden die Spinne, die während und kurz nach der Häutung relativ wehrlos ist, ernsthaft verletzen.
Ebenso ist eine Störung während des Häutungsvorganges sehr gefährlich für die Spinne.
Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Spinne "erschrickt" und so eine Fehlhäutung die Folge ist. Das heißt, dass die Spinne in der Haut stecken bleiben kann oder mehrere Gliedmassen durch die unnatürliche Bewegung missgebildet werden.

Natürlich ist es direkt bei der Häutung zu unterlassen im Terrarium zu hantieren.

Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Terrarium ist meiner Erfahrung nach nicht notwendig. Ich sage immer: "In der Natur kommt auch keiner und sprüht bei der Spinne vor ner Häutung..."
Ich persönlich habe noch keine Spinne durch zu niedrige Luftfeuchtigkeit bei der Häutung verloren.

Also ist Ruhe für die Spinne in dieser Phase oberstes Gebot!

Ist die Häutung erfolgreich überstanden, muss die neue Hülle einige Tage aushärten, um voll einsatzbereit zu sein.
Es ist angebracht bei Spiderlingen mit einer Fütterung etwa eine Woche zu warten.
Bei adulten Spinnen sind sogar 14 Tage kein Problem.
Füttert man zu früh, besteht für die noch nicht ausgehärtete Spinne die Gefahr sich bei der Jagd zu verletzen. Es wurde schon von abgebrochenen Beisswerkzeugen und deformierten Gliedmaßen berichtet.

Video (leider nicht von mir):