Vogelspinnen

FAQ
Glossar
Warum "Vogel"-Spinne?
Beim Kauf zu beachten!
Haltung
Zucht
Aufzucht von Spiderlingen
Fütterung
Anatomie
Häutung
Aggressivität
Giftigkeit
Verteidigung
Bombardierspinnen
Bildbestimmung?
Handhabung
Versand von Spinnen
Angebot: Geschlechtsbestimmung
Literaturempfehlungen
Hybridproblematik
Wildfangproblematik
Terrarienbepflanzung
Terrariensicherung
Spinne entlaufen?
Gruppenhaltung
Vogelspinnen in Zooläden
Die wissenschaftlichen Namen
Einrichtung wiederverwenden?
Stammtische

Allgemeine Fragen

Sind Vogelspinnen giftig?
Wie alle echten Spinnen besitzen auch Vogelspinnen Giftdrüsen.
Allerdings ist das Gift von Vogelspinnen nicht lebensgefährlich für Menschen.
Lediglich bei Allergien ist Vorsicht geboten, wobei es trotz alledem keinen nachgewiesenen Todesfall durch den Biss einer Vogelspinne gibt.
Meist wird ein Biss mit einem Wespenstich verglichen.

Wie groß werden Vogelspinnen?
Vogelspinnen sind sehr variabel was die Endgröße angeht.
So gibt es einige Gattungen wo die einzelnen Arten an die 10 cm Körperlänge (Körper ohne Beisswerkzeuge, Beine und Spinnwarzen) erreichen. Besonders hervorzuheben ist hier Theraphosa spp. mit einer KL von bis zu 11 cm.
Andererseits gibt es auch Zwerge unter den Vogelspinnen. So werden Cyriocosmus elegans kaum größer als 1-2 cm.

Wie alt werden VS?
Vogelspinnen können ja nach Art ein Alter von bis zu 30 Jahren erreichen.
Der Durchschnitt dürfte wohl bei 12-15 Jahren liegen.
Meistens werden kleinbleibende Arten nicht ganz so alt.
Ebenso ist die Lebenserwartung von männlichen Spinnen sehr begrenzt.
Sie häuten sich nach der Reifehäutung nicht mehr und haben nur noch das Bedürfnis sich fortzupflanzen.

Was fressen VS?
Als normales Futter zu kaufen im Zooladen oder auf Börsen gibt es Heimchen, verschiedene Grillen, Heuschrecken und Schaben.
Diese gibt es jeweils in unterschiedlichen Größen, so dass man damit Spinnen in allen Altersstufen füttern kann.
Zusätzlich kann man kleinere Spinnen auch mit Fruchtfliegen (Drosophila) oder Fliegen ernähren. Bei Fliegen empfiehlt es sich diese als Maden z.B. im Angelladen zu kaufen. Im Kühlschrank aufbewahrt kann man diese über mehrere Wochen halten und portioniert rausholen und verpuppen lassen.
Auch Mäuse werden von den Tieren überwältigt. Hier sollte man nur darauf achten, dass die Maus entsprechend klein bzw. die Spinne groß genug ist.
Schwere Verletzungen durch die Bisse der Maus im Todeskampf sind hierbei nicht ausgeschlossen.
Alternativ kann man auch versuchen tote Mäuse (aufgetaute Frostmäuse oder prekilled) zu verfüttern. Meistens werden diese angenommen. Ein Nachteil der Mäusefütterung ist die intensive Geruchsbelästigung, die sich nach 2-3 Tagen bei nicht ganz gefressenen Nagern einstellen kann.

Kann man mit VS kuscheln/spielen/sie auf die Hand nehmen?
Ein ganz klares NEIN!
Vogelspinnen sind keine Kuscheltiere und bauen auch kein Verhältnis zum Menschen auf.
Sie haben keinerlei Bedarf nach körperlichem Kontakt.
Was noch gegen das Handling mit Spinnen spricht, ist die Gefahr die dabei für Spinne und Mensch entsteht.
So kann der Mensch jederzeit gebissen werden oder in Kontakt mit Brennhaaren kommen.
Für die Spinne besteht die Möglichkeit sich zu erschrecken und herunterzufallen, wobei sie sich schwerste Verletzungen bis hin zum Tod zuziehen kann.
Darüberhinaus ist jede Störung Stress für die Spinne.
Also die dringende Bitte von mir:
Lasst die Spinnen im Terrarium!

Wie zeit- und kostenintensiv ist die Pflege von VS?
Rein von den Unterhaltskosten her sind wohl Vogelspinnen mit die günstigsten Tiere die man sich halten kann.
Begünstigt durch den sehr niedrigen Bedarf an Futter (es reicht einer adulten Spinne alle 2-4 Wochen ein entsprechend großes Futtertier zu geben) kommt man nach meiner Erfahrung mit 10 Euro im Monat bei ca. 100 Tieren aus. Züchtet man z.B. Schaben selbst reduziert sich der Betrag weiter.
Stromkosten sind individuell abzurechnen. So beleuchte ich persönlich meine Terrarien überhaupt nicht oder nur sehr selten.
Die meisten Vogelspinnen kommen mit Zimmertemperatur zurecht, was eine zusätzliche Heizung nur bei trächtigen Weibchen zur Stimulation beim Kokonbau nötig macht.
Beleuchtung rein der Optik wegen ist Geschmackssache und hier muss jeder selbst entscheiden.

Ich komme auch mit 4-6 Stunden pro Woche für Füttern und Wässern der Terrarien locker aus (Bei teils mehreren tausend Tieren).
Also ist auch der Zeitaufwand sehr gering

Wo kann man VS kaufen?
Es gibt einige Bezugsquellen für Vogelspinnen.
So gibt es regelmäßig deutschlandweit Terraristik-Börsen, wo Züchter und Hobbyhalter ihre Nachzuchten verkaufen.
Auch über einschlägige Internetseiten und Foren kann man Anzeigen schalten und so Tiere anbieten oder suchen.
Hierbei würde ich empfehlen: www.terraristik.com und www.arachnoworld.de
Ich rate davon ab in Zooläden Vogelspinnen zu kaufen.
Hier werden oftmals Tiere ohne die nötigen Kenntnisse gehalten und verkauft. So lässt auch oft dementsprechend die Beratung zu wünschen übrig. Auch die Preise in sogenannten Zoofachgeschäften sind oftmals vollkommen überzogen.

Gibt es Anfängerspinnen?
Meiner Meinung nach sind die oftmals als friedlich und einfach zu haltenden Vogelspinnen angepriesenen Spinnen eher weniger für Anfänger geeignet.
Da jede Spinne ihren eigenen Charakter hat, kann es durchaus vorkommen, dass eine eigentlich "so friedliche" Brachypelma sp. oder Grammostola sp. mit Drohstellung oder gar einem Biss auf Störungen reagiert.
Auch eine der berüchtigten Fresspausen bei Grammostola rosea kann einen Anfänger sehr verunsichern.
Ich persönlich empfehle Anfängern sich die Spinne zu holen die ihnen gefällt und sich vorher ausgiebig darüber zu informieren. So kann man auch mit vermeintlich aggressiven Spinnen wertvolle Erfahrungen sammeln.
Auch lässt man von Anfang an mehr Vorsicht im Umgang mit solchen Tieren walten.
So ist man danach nicht mit aktiveren Spinnen überfordert wenn man sich erstmal an eine ruhige Spinne gewöhnt hat.
Als einziges Argument sollte wohl die Robustheit einer Spinne in Bezug auf die Haltung gelten.
Gerade als Anfänger macht man doch manchmal Fehler und diese sollte nicht die Spinne mit ihrem Leben bezahlen müssen.