Vogelspinnen

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Bombardierspinnen und Brennhaare

Die meisten neuweltlichen Vogelspinnen zählen zu den Bombardierspinnen.
Das bedeutet, dass sie sogenannte Reizhaare oder Brennhaare besitzen, die sie zur Abwehr von Fressfeinden und Störenfrieden einsetzen.
Oftmals wird auch bei einer Häutung der Unterschlupf mit diesen ausgekleidet, um insbesondere Ameisen oder sonstige Tiere, die bei der Häutung stören und die Spinne gefährden könnten, abzuhalten. Auch Kokons werden oft mit Brennhaaren versehen.

Dabei werden verschiedene Typen von Brennhaaren unterschieden.
So gibt es einerseits Kontaktbrennhaare und solche die aktiv abgestriffen und dem Gegner entgegengeschleudert werden.
Auch werden die Brennhaare, je nach Intensität, in fünf Typen aufgeteilt.
Dabei steigert sich die Wirkung von Typ I bis Typ V.

Beispiele:
Avicularia spp. - Typ I
Brachypelma spp. - Typ II - III
Theraphosa spp. - Typ IV
Xenesthis spp. - Typ V

Allgemein bewirken die Brennhaare bei Kontakt mit der Haut ein leichtes bis starkes Brennen bzw. Jucken. Dabei können Hautrötungen oder allergieähnliche Bläschen entstehen. Laut Aussage von Rainer F. Foelix dringen die Brennhaare bis zu 2mm tief in die Haut ein. 
Geraten die Brennhaare auf Schleimhäute, wie Mund, Nase und Augen, so sind nicht selten Schwellungen oder Entzündungen die Folge.
Dabei ist die Wirkung der Brennhaare rein mechanischer Natur. Selbst bei Exuvien oder über mehrere Jahre im Terrarium befindlichen Brennhaaren vermindert sich die Wirkung nicht. Verursacht wird diese durch die besondere Form dieser Haare mit harpunenähnlichem Aufbau und Widerhaken. So arbeiten sich die Brennhaare bei Bewegung stetig tiefer in die Haut.

Kontaktbrennhaare:
Kontaktbrennhaare wie bei Avicularia spp. sind kompakter und schwerer aufgebaut als andere Typen und somit weniger zum aktiven Bombardieren geeignet. Meist wird dem Gegner der Hinterleib entgegengestreckt, woraufhin die Haare bei direktem Kontakt abbrechen und sich im Körper des Angreifers festsetzen. Ich habe allerdings auch bei Avicularia spp., insbesondere bei adulten Männchen von Avicularia versicolor, schon aktives Bombardieren beobachten können. Die Reichweite der Brennhaare ist dabei eingeschränkt aber dennoch spürbar.

Flugbrennhaare:
Dieser Typ ist weiter verbreitet als die Kontaktbrennhaare. Der Aufbau ist wesentlich leichter und somit sind diese Haare zum aktiven Bombardieren geeignet.
Dabei werden die auf dem Opisthosoma sitzenden Brennhaare mit den Hinterbeinen, auf denen nicht selten noch Stacheln zu finden sind, mit schnellen Bewegungen abgestreift.
Hierbei entsteht eine Wolke aus einzelnen Brennhaaren, die dem Angreifer entgegengeschleudert wird. Je nach Windrichtung und Windstärke ist die Reichweite in der freien Natur teilweise enorm. Bei Terrarienhaltung fallen die Brennhaare jedoch relativ schnell zu Boden. Deshalb sollte man nach Brennhaarattacken der Spinnen besonders darauf achten, öfter gründlich zu putzen, um einen späteren Kontakt mit den Haaren zu vermeiden.

Besonderheiten bei Bombardierspinnen:
Einige Gattungen mit besonders wirksamen Brennhaaren, wie Pamphobeteus oder Xenesthis, reagieren auf Störung oftmals mit einer besonderen Drohstellung. Es wird dem Angreifer nicht, wie sonst die Frontalansicht mit aufgestellten Vorderbeinen geboten, sondern der aufgestellte, brennhaarbesetzte Hinterleib entgegengestreckt.

Besonderheiten in der Wirkung:
Die Reaktionen auf die Brennhaare verstärken sich mit längerfristigem, gehäuftem Kontakt mit diesen.
So verspürt man am Anfang vielleicht nur ein leichtes Kribbeln. Nach Jahren kann man auf Haare des gleichen Typs mit allergieähnlichen Ausschlägen reagieren. Ein Grund hierfür ist, aufgrund der fehlenden chemischen Wirkung der Haare, noch nicht bekannt.